Bei der Vorschau sprang mir Kurt Krömer quasi schon ins Gesicht, wie er mit seiner humoristisch trockenen Ader in diesem Film seinen Mann, wenn man es denn Mann nennen kann, spielen wird. Eine Insel namens Udo also, sollte es an diesem Abend sein. Der letzte Kinobesuch ist nun schon etwas länger her.
Der Hauptdarsteller war also Kurt Krömer, der durch seine unglaublich erfolgreiche Show in der ARD und seinen Soloprogrammen auf sich aufmerksam machen konnte. Der Trailer versprach einen unterhaltsamen Abend und so setzte ich mich sogleich auf meinen Platz um den Filmbeginn abzuwarten. Dieser begann merkwürdig und doch subtil komisch, gestalterisch einem Dokumentarfilm ähnlich, wie das Leben von sozial unsichtbaren Mitmenschen als Krankheit aufgezeigt wurde. Diese Menschen wurden von jedermann übersehen, außer, der Unsichtbare tritt gewollt mit anderen in Kontakt. Und so kommt es natürlich zu ungewöhnlichen Autounfällen und anderen Absurditäten im Leben der Menschen, die nicht gesehen werden können. Kurt Krömer, hier Udo, ist einer dieser Menschen.
Er nutzt diesen Nachteil in seinem Leben scheinbar effektiv aus, in dem er als Ladendetektiv unvorstellbare Arbeit leistet und quasi eine Rekordquote aufrecht erhält. Er stibitzt anderen Besuchern im Kaufhaus den Kuchen und den Kaffee und keiner bemerkt etwas davon. Sein Leben spielt sich komplett in diesem einen Kaufhaus ab, wo er auch regelmäßig andere Orte zum schlafen finden, wie zum Beispiel Campingzelte oder ähnliches. Der Wachmann durchsucht zwar nachts mit einer Taschenlampe das Haus, doch egal, wie offensichtlich Udo im Kaufhaus schläft, der Wachmann entdeckt ihn einfach nicht. Bis eines Tages eine Frau, gespielt von Fritzi Haberlandt, bemerkt, wie Udo sein tägliches Kaffe- und Kuchenstibitzritual durchführt. Als die Situation aufgeklärt wird kommt es zu einer „Verabredung“ der beiden und Udos Leben wird sich schlagartig ändern – denn als er sich ihr öffnet, ist er plötzlich nicht mehr unsichtbar und sein Leben scheint sich sowohl zum Positiven als auch zum Negativen zu entwickeln. Gespannt darauf, wie es weitergeht? Dann müsst ihr ihn euch selber ansehen. Allerdings kann ich euch verraten, dass keine allzu überraschenden Wendungen eintreten werden.
Meine Meinung: Wer den Bühnen – Kurt Krömer mag, der wird hier zum Teil enttäuscht, kommt jedoch auch auf seine Kosten. Viele werden ihn vielleicht gar nicht erkennen, wenn er ohne Brille über die Leinwand springt. Viele Besucher werden auch seine freche Art vermissen, die ein ums andere Mal mit kessem Berliner Dialekt aufblitzt, aber untypisch für Köln, in der Stadt, wo der Film spielt, ist. Trotzdem ist es liebenswert, wie sich die beiden Hauptdarsteller verkaufen. Manchmal erwischt man sich jedoch dabei, dass man die beiden nicht zu 100% ernst nehmen kann in ihren Rollen – aber vielleicht sollte man das auch gar nicht bei einer solch skurrilen Handlung. Es fehlt etwas an Tiefgang in dem Film, der jedoch ansatzweise angedeutet wird. Und wer auf ein Feuerwerk an Witzen hofft, wird leider auch enttäuscht. Es bleibt ein trauriges, witziges, tragisches und absurdes Werk, dass sich so richtig keiner Gattung zuordnen möchte, dabei jedoch nicht schlecht agiert.
Wer etwas lehrreiches aus dem Film ziehen möchte, kann sich Gedanken über die soziale Brisanz machen, die von dem Film aufgeworfen wird – auf die jedoch nicht eingegangen wird. Wie steht es wirklich um eine Schicht, die sich sozial nicht fügen kann und eher unsichtbar durch das Leben irrt? Handelt es sich schlicht um eine Ansammlung von Nerds und Menschen, die im Keller vor Computern hängen oder steckt da vielleicht mehr dahinter? Menschen ohne soziale Kontakte haben im Leben Vorteile, aber auch Nachteile. Das zeigt der Film wirklich gut auf. Das mag jeder Mensch auf sich bezogen anders interpretieren. Ich gebe dem Film eine 6.5 von 10 Punkten!
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