ab halb sechs in der rheinaue

05.05.2013 | 2 Kommentare

rheinaue bonn konrad-adenauer-brücke

Guten Morgen! Das war zumindest mein Wunsch am Abend des letzten Tages des Monates April. Ziel dieses Wunsches war der Morgen des ersten Mai, seines Zeichens Feiertag. Der Plan war: früh aufstehen, die Morgensonne genießen, ein paar schöne Aufnahmen rund um die Konrad-Adenauer-Brücke anfertigen und glücklich sowie entspannt nach Hause zwitschern. Das Spannende an diesem Szenario ist wohl der Rhein, welcher in der Regel in Nebelschwaden gehüllt durch Bonn fließt.

rheinaue bonn konrad-adenauer-brücke

Konkret wurden meine Pläne durch das Wetter etwas behindert. Sowas passiert – in solchen Fällen muss man natürlich versuchen, das Beste aus der Situation zu holen. Als ich um 5:00 aus dem Federn geschlüpft bin, noch zäh wie Kaugummi, ließ sich schwer einschätzen, wie es draußen aussieht. Na ja, zumindest der Wetterbericht stimmte mich vorsichtig optimistisch. Sonnig mit Wolken, so interpretierte ich das Schaubild meiner favorisierten Wetter-Seite. Wie sich bei Ankunft in der Bonner Rheinaue dann herausstellte, stimmte die Vorhersage nur teilweise. Wolken gab es, die Sonne hielt sich eher dahinter auf. So hatte ich weder tolles Licht, noch vereinzelte Wolken, die ich dynamisch hätte in Szene setzen können. Obendrein gab es nicht mal Nebelschwaden über dem Rhein, da der Temperaturunterschied zwischen der Nacht und dem Morgen eher gegen null tendierte. Sowas passiert eben – da legt man sich zu Hause Pläne zurecht, und so richtig umsetzen lässt sich davon nichts.

rheinaue bonn konrad-adenauer-brücke

Immerhin war ich bei der Brücke und konnte meine Bildideen umsetzen. Die Konvertierung in schwarz-weiß war zwar eher dem mangelndem Licht geschuldet, aber es gefällt mir mittlerweile ganz gut. Meine ND-Filter kamen natürlich auch wieder zum Einsatz. Super – ich freue mich immer wieder, wenn ich mit diesen arbeiten kann.

Ein bislang für mich einmaliges Experiment konnte ich im zweiten Bild vornehmen. Hier wurde von mir zuerst eine Langzeitbelichtung ohne Schiff aufgenommen, und im Anschluss noch eine kurze Belichtung, in der nur das Schiff leicht verschwommen zu sehen war. Die Überblendung wurde dann später in Photoshop umgesetzt, sodass es sich beim zweiten Bild mehr oder weniger um eine Bildmanipulation handelt. Technisch lässt sich die Kombination aus glattem Wasser und einem nur leicht verschwommenem Schiff nicht anders umsetzen. Außer, das Schiff würde sehr langsam fahren.

Abschließend lässt sich jedoch wieder einmal festhalten, dass es sich absolut lohnt, früh aufzustehen und die Gunst der Stunde für die Fotografie zu nutzen!

rheinaue bonn konrad-adenauer-brücke

nifty fifty im erholungspark marzahn [nmz]

29.04.2013 | hinterlasse einen Kommentar

erholungspark marzahn

Ich habe hier mal eine neue Kategorie eingeführt: nmz. Steht für “nur mal zeigen”, also Aufnahmen, denen ich nicht unbedingt mit einer kleinen Geschichte auf die Sprünge helfen will. Aber dennoch möchte ich nicht nur Flickr, Facebook und Konsorten mit diesen Aufnahmen füttern, sondern diese durchaus hier zeigen.

erholungspark marzahn

Letztens, als ich mal wieder meine Heimat – also nicht nur Berlin, sondern Hellersdorf / Marzahn, besucht habe – ging es in den Erholungspark Marzahn. Erstaunlicherweise ist der Erholungspark Marzahn populärer, als ich dachte. Aber mich freut es, wenn wenigstens eine kleine Sehenswürdigkeit über die Grenzen des doch sonst nicht so positiv in den Schlagzeilen vermerken Marzahns bekannt ist. Fairerweise muss man aber auch zugeben, dass die Gärten der Welt innerhalb des Parks wirklich schön anzusehen sind. So wundert es mich nicht, dass man nicht nur Gärten aus aller Welt sieht, sondern ringsumher auch Sprachen aus aller Welt hört. Ob Spanier oder Franzosen – wie haben die nur den Weg ins entferne Marzahn gefunden?! Mir gefällts!

erholungspark marzahn

Die ersten vier Bilder geben Eindrücke des “Chinesischen Gartens” wieder, der mir mitunter am besten gefällt. Erstaunlich finde ich, dass hier die Kirschblüten an diesem Wochenende noch geschlossen waren, wohingegen in Bonn bereits schönstes weiß-rosa an diesen Bäumen zu sehen war. Was in Bonn an Kirschblüten zu sehen ist, grenzt aber wirklich an ganz großem Tennis. Wirklich ganz groß.

erholungspark marzahn

Nifty Fifty heißt es im Titel übrigens, weil ich nur mein Sigma 50mm mitgenommen habe. Seitdem ich die D800 habe, nutze ich mein nifty fifty weitaus häufiger, als an der D7000. Schön! Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen, endlich das langersehnte Sigma 35mm f/1.4 AUS dem Fotografie-Geschäft IN mein Fotoköfferchen zu packen. Aber dazu in zukünftigen Beiträgen mehr …

erholungspark marzahn

Da meine Freundin auch mit im Erholungspark Marzahn war, ließen wir es uns nicht nehmen, zur Abwechslung mal so ein altmodisches Kartenspiel zu spielen. Früher waren solche Spiele wohl üblich, heutzutage schauen immer alle Mitmenschen so komisch drein. Nahezu zweifelnd versuchend, ein Touch-Display vorzufinden. War halt keines da. :)

erholungspark marzahn

Aufgrund des “analogen Spiels” sind die Bilder daher auch im altmodischen schwarz-weiß gehalten. :)

vom drachenfels und dem sonnenuntergang

23.04.2013 | 6 Kommentare

vom drachenfels auf bonn

Landschaftsaufnahmen – oft versucht und noch öfter daran gescheitert. Das gilt zumindest für mich. Einen neuen Versuch konnte ich vor knapp einer Woche starten, als ich mich kurzfristig aufraffen konnte, auf den Drachenfels ins Siebengebirge zu fahren. Dies ist, nebenher gesagt, auch sonst ein lohnenswertes Ausflugsziel. Ein wenig Freude an ausgedehnten Spaziergängen sollte man jedoch mitbringen, alternativ ist die Zahnradbahn zu bemühen.

vom drachenfels auf bonn

Oben angelangt, kann man die wunderschöne Aussicht über das Rheinland, Bonn, Königswinter, Bad Honnef und das Siebengebirge genießen. Und wem das nicht genügt, der kann sogleich die alte Ruine der Burg Drachenfels bestaunen und sich anschließend ins Café / Restaurant setzen, und dort ein paar zart-herrliche Stündchen absitzen. Ein windgeschütztes Eckchen sollte man jedoch schon aufsuchen, da einem die kalte Brise, zumindest noch zu dieser Jahreszeit, ganz schön um die Ohren weht.

vom drachenfels auf bonn

All das mal außen vor, bemühte ich mich, oben angekommen, ein paar vernünftige Aufnahmen anzufertigen. Einfacher gesagt, als getan. So stieß ich gleich zu Beginn auf zwei gravierende Probleme, dich mich den Abend über nicht mehr loslassen wollten:

  • verdammt starker Wind
  • ein fehlender Grauverlaufsfilter

Wind ist natürlich absolut ätzend. Das war keine kleine Brise mehr, das war richtig stürmisch. Da kann das Stativ noch so stabil sein, wenn die Kamera von einem Windstoß volle Breitseite erwischt wird, dann sieh mal als Fotograf zu, wie das Bild scharf bleibt. Langzeitbelichtungen von 150 Sekunden machen die Herausforderung – wie soll ich das formulieren – eben nicht gerade einfacher!

vom drachenfels auf bonn

Weil meine bisherigen Erfahrungen Aufnahmen im Bereich der Landschaftsfotografie missen lassen, unterschätzte ich wohl auch die Wirkung eines Grauverlaufsfilters. Wenn ich denn einen dabei gehabt hätte. Korrigiere: Wenn ich überhaupt einen hätte. Der Unterschied zwischen hellen Bildpartien und dunklen war teilweise so stark, dass der Lightroom-Regler zum Aufhellen der dunklen Landschaftsbereiche fast komplett auf Anschlag stand. Nun ist es ja durchaus so, dass man in den einschlägigen Foren oft davon liest, dass in hellen Bildbereichen mehr Reserven begraben liegen sollen und man daher besser die dunklen Bildteile korrekt belichten sollte, als die hellen. Ich habe es genau anders herum gemacht und der Grund dafür ist ganz einfach: Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen hat sich gezeigt, dass das Abdunkeln heller Bereiche zwar gut möglich ist, dadurch aber die Lichter abgeschnitten werden und somit unrealistisch platt wirken. Wenn ich dunkle Bereiche aufhellen möchte, resultiert das “nur” in Rauschen. Einen Tod muss man eben sterben, und ich kann mit dem Rauschen besser leben als mit einem unnatürlichen Bild. Oder man macht es gleich richtig und kauft sich einen gescheiten Grauverlaufsfilter für solche Situationen. Wie handhabt ihr sowas?

vom drachenfels auf bonn

Natürlich habe ich es nicht richtig gemacht, daher steht ein solcher Filter ab jetzt auf meiner ToBuy-Liste. Eigentlich hätte ich auch noch mal die Black Card Technique ausprobieren können. Aber an sowas denke ich auch immer erst, wenn es schon zu spät ist.

Unterm Strich bleibt für mich festzuhalten: meine ND-Filter haben einen rosa-lila Farbstich, der sich jedoch mit etwas Aufwand in der Nachbearbeitung beseitigen lässt. Und, was fast noch wichtiger ist, ich konnte endlich meine Erfahrung in der Landschaftsfotografie ausbauen. Zwar besteht hier noch reichlich Potenzial zur Verbesserung, aber irgendwo und irgendwann muss man ja mal anfangen.

vom drachenfels auf bonn

bei schnee und regen durch berlin

06.04.2013 | 6 Kommentare

DSC_1592-2

Ich habe mich mal wieder in Berlin auf die Socken gemacht. Wer mir auf Facebook folgt, hätte durchaus dabei sein können. Und was soll ich sagen? Nass war es, weshalb mein Ausflug auch gar nicht so produktiv war. Aber es war auch schön. Mein Ziel war diesmal das Märkische Museum in der Nähe der Jannowitzbrücke. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich gar nicht wusste, dass es sich bei dem sakralen Gebäude um das Märkische Museum handelt. Aber so lernt man immer wieder, auch in der Heimat, dazu.

Und weil ich schon mal in der Nähe war, habe ich mir direkt ein paar weitere interessante Orte angesehen. Darunter auch Berlins älteste erhaltene Brücke, die Jungfernbrücke aus 1798. Insgesamt ein lehrreicher Nachmittag, nur leider war es mir zu müßig, nebst Regenschirm ständig die Kamera umherzutragen. Und so sind leider nur wenige Aufnahmen entstanden. Und schon gar nicht von Orten, bei denen man es erwartet hätte.

DSC_1614

Nach langer Lauferei und dem stetigen Entschluss, endlich wieder im Auto das Weite zu suchen, konnte ich mich überreden, die Kamera doch wenigstens einmal an die frische Luft zu halten. Und so stand ich plötzlich an der Kreuzung am Spittelmarkt, voll des Unwillens mein Stativ auch noch aufzubauen, und schoss freihand ein paar Aufnahmen. Die Stimmung war trüb, doch die Spiegelungen bei und nach einem Regenschauer wollte ich schon unlängst fotografieren. So bot sich die Gelegenheit, und ich nutzte diese.

Einmal mehr überraschte mich hierbei meine Kamera mit dem mittlerweile Immerdrauf Nikkor 16-35mm. Die drei Bilder haben Belichtungszeiten von 1/10s, 1/8s und 1/6s – und sind aus der Hand noch einigermaßen scharf. Das macht die Kombination aus Kamera und Objektiv zu einem absoluten Allrounder, auch in schwierigen Situationen. Toll! So macht das Fotografieren gleich noch mehr Spaß.

Vielleicht fragt sich der ein oder andere Leser, warum ich das erste Bild in Farbe veröffentliche und ein ähnliches, nämlich das zweite Bild, in schwarz-weiß. Beim zweiten Bild konnte ich mich nicht zwischen den beiden Varianten entscheiden. Und da bei diesem Bild die Lichtstimmung auch noch eine komplett andere war, als beim ersten Bild, entschied ich mich, es in schwarz-weiß zu belassen. Und mir gefällt die Variante gut. Nun aber noch etwas zur Nachbearbeitung.

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Ich wollte beim Post-Processing neue Pfade beschreiten. Immer die althergebrachten Wege gehen ist auf Dauer langweilig und Fortschritte nicht immer erreichbar. Und so stieß ich beim Suchen auf die Lightroom-Presets von VSCO. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von Presets, die analoge Filme versuchen zu simulieren.

Eigentlich stehe ich nicht auf Presets, doch da auch schon Paddy von Neuzehn72 über diese Presets berichtet hat, konnte ich nicht widerstehen, selber mal zu schauen. Lange Testes werde ich hier aber nicht veröffentlichen. Ob ich die Presets empfehlen würde? Ein eindeutiges Jain. Die Presets bilden eine gute Grundlage für die weitere Bearbeitung. Und zugegebenen: Bei der Nachbearbeitung an diesen drei Bildern habe ich keines der Presets verwendet. Quatsch also, würdet ihr sagen? Nun ja, so nun auch wieder nicht. Denn die Presets bringen zudem eine ganze Reihe an Kameraprofilen für diverse Filme mit. Und diese, so finde ich, sind ziemlich toll und wurden von mir auch konsequent angewandt. Ich werde in Zukunft mal darauf achten, ob die Kameraprofile weiterhin und die Presets überhaupt zum Einsatz kommen. Derweil kann ich also keine klare Kaufempfehlung aussprechen, ein Nice2Have ist es aber allemal. Doch dafür ist der Preis ziemlich stolz.

Ich hoffe, euch gefallen die Aufnahmen. Ich bettel nicht um Feedback, freue mich aber über jede Meinung.

langzeitbelichtung am rhein

12.02.2013 | 6 Kommentare

post tower in bonn am rhein

Endlich! Sonne! Wer hätte damit gerechnet? Sah es doch zuletzt wirklich mies aus, was das Wetter betrifft. Aber ich möchte nicht abschweifen. Wetter als Smalltalk-Thema ist doch eher motivationslos und daher möchte ich mich nicht lange daran aufhalten. Doch zugegeben: Dass das Wetter zum Karneval gerade im Rheinland so umschlägt, und zwar zum Positiven, war nicht nur die Freude vieler Karnevalisten, sondern auch meine. Zum einen hat es uns dieses Jahr sogar etwas gejeckt, und zum anderen, um den langen Bogen auszuschmücken, konnte ich endlich mal wieder bei Sonnenschein fotografieren gehen! Toll!

post tower in bonn am rhein

Herhalten musste wieder einmal der Post Tower. Doch diesmal bin ich nicht wie in meiner Post Tower Studie auf die Architektur eingegangen, sondern habe aus der Ferne eher landschaftliche Aspekte unter die Lupe genommen. Da ich nicht unbedingt der Fan von Tele-Objektiven bin, musste ich mir also etwas für den Vordergrund überlegen. Denn Vordergrund macht Bild gesund. Oder so ähnlich. Und was wäre im Rheinland prädestinierter als der Rhein? So konnte ich mich bei meinen Aufnahmen auf drei Elemente konzentrieren: auf den Sonnenuntergang, auf den Post Tower und natürlich auf den Rhein.

post tower in bonn am rhein

Okay, die Motive sind etwas monoton, das muss ich mir schon eingestehen. Sekundär galt diese Testfahrt aber auch meinem Equipment. Um genau zu sein, habe ich mir erst kürzlich ND-Filter bestellt. Zum einen, weil ich verschiedene Stärken haben wollte und zum anderen wollte ich sehen, ob man den resultierenden Bildern eigentlich ansieht, wie teuer der benutze ND-Filter war. Ganz egal, ob teuer oder preiswert, ich habe für mich die Erkenntnis gewonnen, keinen Unterschied zu sehen. Aber urteilt selbst. Natürlich verrate ich nicht, bei welchem Bild welcher ND-Filter verwendet wurde.

post tower in bonn am rhein

Damit der Erkenntnisse nicht genug! Weiterhin wurde mir klar: Mist, ich bräuchte eventuell einen Grauverlaufsfilter! Doch dann wurde mir zuhause am PC klar: Okay, nicht unbedingt. Die D800 hat so viel Potenzial in den Lichtern, da genügt es, schlichtweg bei der Nachbearbeitung einen Grauverlauf einzufügen. Sicher hat diese Methode ihre Grenzen, aber bislang hat es gereicht. Toll! Zudem habe ich gemerkt, dass malen mit Licht viel einfacher ist, wenn gutes Licht vorhanden ist. Dann muss man auch nicht mehr so viel nacharbeiten. Toll im Quadrat! Gut, mir war das vorher auch schon klar. Aber nach so langer Sonnenabstinenz glaubt man an sowas wie natürliches und schönes Licht beinahe nicht mehr.

bonn am rhein, hier bonn beuel mit blick auf königswinter

Unterm Strich war das für mich ein toller Nachmittag. Die Filter haben sich bewährt, mein Nikkor 16-35 hat sich warmgeschossen und ich habe die Gegend am anderen Rheinufer besser kennengelernt. Weiß eigentlich jemand, was die Zahlen auf den Steinen aus dem obigen Bild bedeuten? Ich fand es interessant, daher die Aufnahme. Übrigens sah es am Rheinufer vor 2 Wochen unlängst anders aus. Damals klebte noch Puderzucker an den Steinen.

der rhein in bonn bei schnee