von whisky und leuchttürmen

Rattray Head Lighthouse

Wirklich überrascht war ich nicht, dass es in der Speyside viele Brennereien innerhalb weniger Kilometer gibt, die Whisky produzieren. Ganz im Gegenteil. Seit Jahren teste und taste ich mich durch Whisky-Spezialitäten aus der ganzen Welt. Dennoch war die Dichte an Brennereien in der Speyside für mich im ersten Moment überraschend. Durch Münzwurf entschied ich mich für die Destilliere in Keith: für Strathisla. Zwar wird in Keith nicht unbedingt einer meiner Lieblingswhiskys gebrannt (Chivas Regal), dennoch zählt die Brennerei zu den wohl angeblich schönsten in Schottland. Und bislang fand ich keine Brennerei in Schottland, die mir das Gegenteil beweisen konnte. Allerdings muss ich gestehen, dass ich längst nicht alle großen oder auch kleinen Brennereien gesehen habe.

Whisky – die Strathisla Distillerie

Bereits am Parkplatz erreichte mich der Duft der Whiskydestillation. Ein eigenartig süßes Aroma liegt in der Luft und im ersten Moment, so erging es zumindest mir, konnte ich überhaupt nicht einordnen, ob der Geruch tatsächlich der Brennerei zuzuschreiben ist. Was sollte es aber sonst sein?

Strathisla Distillerie (Whisky)

Nach einer interessanten Führung erkundete ich die Brennerei ohne weitere Begleitung. Ich weiß bis heute nicht, ob das erwünscht oder gar legal war. Ich, zu Fuß, mit einer Kamera hinter, vor, über oder unter der Brennerei. Mal etwas banal gesprochen. Normalerweise gibt es nach dem Hinweis, dass die Brennerei keinesfalls eine Museums-Brennerei ist, stets striktes Fotografieverbot. Denn immerhin könnte sich etwas durch technische Defekte in der Kamera oder den Blitz entzünden. Was erstmal lustig klingt, meinen die Brennereien aber durchaus ernst. Weshalb ich die Kamera auch nur in ungefährdeten Situationen nutzte.

Wer die Speyside besuchen möchte, sollte unbedingt eine Tour in einer Brennerei einplanen. Und Obacht! In der Regel gibt es nach der Führung eine kleine Verkostung vom hauseigenen Whisky. Immerhin vier verschiedene Sorten! Freundlicherweise ist Strathisla wirklich pfiffig und stellt 2 cl Flaschen sowie Mitnahmebeutel bereit. So können selbst Autofahrer später in den Genuss kommen. Strathisla sollte meines Erachtens auf eure Besuchsliste gesetzt werden! Keine Massenproduktion im Volumen von Glenfiddich. Im charmanten Keith gelegen und schön anzusehen. Und natürlich besucherfreundliche Regelungen auf dem Betriebsgelände.

Strathisla Distillery (Whisky)

Strathisla Distillery (Whisky)

Strathisla Distillery (Speyside)

Strathisla Distillery (Whisky)

Keith selber ist geeignet um einen kurzen Spaziergang zu genießen. Viel Tourismus und entsprechende Attraktionen konnte ich zu der Jahreszeit nicht feststellen.

Keith (Speyside)

Keith (Speyside)

Keith (Speyside)

Das Rattray Head Lighthouse

Am Abend ging es über eine einspurige Schlaglochstraßen zum Rattray Head Leuchtturm. Eines dieser Fotomotive, welches ich mir bereits im Vorfeld ausgesucht hatte. Als ich dort ankam, war ich erstmal verwirrt: Dünen? Das hatte ich nun nicht mit der Ostküste Schottlands in Verbindung gebracht. Und scheinbar wird die Dünenlandschaft häufig und gerne für sportliche Aktivitäten genutzt. Hinter den Dünen suchte ich nun den Leuchtturm, zu dem ich ein vages Bild im Kopf hatte. Da stand er. Gar nicht so, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Von Wasser umgeben? Komisch. Auf Bildern im Internet war er doch von Sand umgeben? Die Gezeitenströmung mal wieder? Daran muss ich mich echt noch gewöhnen.

Wolken und Licht waren perfekt. Also worauf warten? Ich war mal wieder spät dran, also aufbauen und los geht’s! Nach wenigen Minuten waren ein paar Aufnahmen im Kasten. Noch ein wenig nach links? Nach rechts? Anderer Bildausschnitt? Anderes Objektiv? Andere Kamera? Mist, Regen! Und windig wird es auch noch? Nun sind „Fotografen“ selten aus Zucker. Aber wenn Regen auf dem Objektiv oder einem Filter ist, so sieht man das eben auf dem Bild. Und das Bild am Ende fünf Stunden bearbeiten, bis die Tropfen weg sind? Nicht mein Ding. Währenddessen ich also die Dünen hochstapfte, auf der Suche nach einem weiteren Blickwinkel, zog sich das Wetter immer weiter zu. Bis es schließlich ziemlich dunkel war. Zeit, zurück zum Auto zu gehen. Der Fiat 500 wartet schon.

Rattray Head Lighthouse

Rattray Head Lighthouse

Rattray

Nach dem Unwetter ging es am nächsten Morgen weiter zum nördlichsten Punkt des schottischen Festlands. Begleitet mich im nächsten Artikel auf die North Coast 500 (NC500).