letzter halt in gent, brügge und lüttich

Graslei nahe des Korenmarktes (Gent, Belgien)

Ich möchte ohne große Umschweife direkt zum letzten Teil meiner Belgienreise 2015 kommen. Das Jahr war zu Ende und mir dementsprechend kalt, die langen Fußmärsche durch Leuven und Brüssel etwas ermüdend. Na ja. Ohne meine Freundin, die immer gut auf mich aufpasst, muss ich Nachtschwärmer es aber auch immer übertreiben! Dementsprechend geplättet war ich, als ich am nächsten Morgen im total verregneten Gent angekommen war.

Aufbruch in Gent

Nach längerer Parkplatzsuche macht ich mich also sprichtwörtlich auf die Socken und genoss durchnässt Gents Altstadt und machte die Burg Gravensteen unsicher. Meine Güte war das ekelhaft nass. Zum Glück hatte ich Regenklamotten an. Da tat mir die Pause bei einem leckeren Kaffee und Kuchen richtig gut.

Eines der Probleme bei Regen ist ja auch, dass die Frontlinse der Kamera relativ schnell relativ nass wird. Langzeitbelichtungen sind nur dann gut möglich, wenn die Kamera beispielsweise durch einen Regenschirm geschützt wird. Den hatte ich selbstverständlich nicht dabei. Daher entstanden an diesem Tag nur die folgenden zwei Aufnahmen. Die erste Aufnahme ist sogar ein Panorama aus 8 Aufnahmen und wortwörtlich aus dem Handgelenkt geschossen. Dafür ist es ziemlich gut geworden, denke ich.

Graslei nahe des Korenmarktes (Gent, Belgien)Sint-Michielskerk (Gent, Belgien)

Da ich die historischen Gebäude am Hafen der Graslei, auch auf dem Titelbild zu sehen, zu schön fand, musste ich diese am nächsten Morgen noch mal besuchen. Also bin ich gegen 05:00 Uhr aufgestanden und hatte etwas überstürzt mein nettes Bed & Breakfast außerhalb Gents verlassen. Und tatsächlich hatte ich das Glück eines erträglichen Sonnenaufgangs nach dem verregneten Vortag. Super! Endlich noch eine tolle Aufnahme aus Gent bekommen, die mich an den kurzen Abstecher erinnert.

Graslei nahe des Korenmarktes (Gent, Belgien)

Das berühmte Brügge

Die Weiterreise nach Brügge erfolgte noch am gleichen Tag. Der Tag war schließlich noch jung und wollte ausgenutzt werden. Brügge ist vielen Reisenden mittlerweile extrem gut bekannt. Zum einen natürlich aus dem Film „Brügge sehen… und sterben?“ und zum anderen, weil sich die Schönheit der Stadt einfach herumgesprochen hat. Soweit, so gut. Nun bin ich bereits im Mai desselben Jahres, also auch 2015, in Brügge gewesen. Mein „Trigger“ damals war ein Blogpost von Jennifer Wettig. Bis heute sprechen mich ihre Bilder sehr an. Da darf man sowas schon mal als Anreiz für einen Besuch nehmen.

Gleich vorweg: So tolles Wetter wie Jennifer hatten wir im Mai und ich im Dezember natürlich nicht [mal im Ansatz]. Ein bisschen neidvoll muss ich gestehen, dass Sonne der Stadt sehr gut tut. Und für meine Motivation, die Kamera bei den Menschenmassen rauszuholen, hilft sie enorm. Wirklich!

Das hatte ich absolut nicht erwartet. Brügge ist traumhaft schön. Aber eben auch traumhaft schön überlaufen. Da kann dem geneigten Fotografen schon mal die Lust auf Fotografie vergehen. Wenn es dann noch regnet: Jackpot. Also als Tipp: solltet ihr Brügge besuchen wollen, macht es dann, wenn europaweit (speziell Deutschland, Belgien, Frankreich, Niederlande und Großbritannien) keine Ferienzeiten sind und besucht die Stadt im Idealfall innerhalb der Woche! Ich bin mir sicher, dass es dann erträglich wird.

Als ich jedenfalls die Stadt in ihrem weihnachtlichen Charme angeschaut hatte, trottete ich wieder zurück zum Hotel. Schlaf nachholen. In Gent bin ich ja extra um 05:00 Uhr aufgestanden. Als da plötzlich und ohne Ankündigung der Himmel eine unfassbar starke Färbung annahm. Die Sonne musste durchgebrochen sein. Also zack! Direkt umdrehen und wenigstens ein schönes Foto von dem Hotspot Brügges ergattern. Auf zum Rozenhoedkaai!

Der Fotospot in Brügge am Rozenhoedkaai (Belgien)Der Fotospot in Brügge am Rozenhoedkaai (Belgien)

Und tatsächlich. Es hatte funktioniert. In solchen Momenten bin ich der glücklichste Mensch auf Erden. Auch, wenn es Milliarden besserer Fotos von diesem Hotspot geben wird.

Ein schönes Foto vom unteren Steg ist leider nichts geworden, obwohl es eines meiner Lieblingsbilder gewesen wäre. Zuerst versuchte ich verzweifelt ein wackelfreies Foto zu schießen. Gar nicht so einfach, wenn ständig Boote angefahren kommen um Touristen auf dem Steg absetzen. Als dann das letzte Touristenboot geleert war, bekam ich mein Foto. Aber schon während der Aufnahme bat mich der Bootsbetreiber vom Steg zu gehen, da er diesen aufgrund Feierabend gerne abschließen würde (ganz ehrlich: der Typ war super unfreundlich und ranzte mich eher an als mich zu bitten).

Als ich mein aufgenommenes Foto dann sichtete, bemerkte ich den krassen Fehlfokus. Mist, extra per Live-View in der Dunkelheit fokussiert und trotzdem voll daneben. Passiert eigentlich nur in einer von 1000 Aufnahmen, aber genau jetzt musste ich sofort vom Steg. Verdammt! Und so bleibt mir nur die Erinnerung an ein schönes Foto, welches leider komplett unscharf ist. Ärgerlich für mich und schade, dass der Bootsbetreiber nicht noch eine Minute für ein letztes Foto hatte.

Das Ende der Reise in Lüttich

Am nächsten Morgen erwachte ich erneut unter dem Trommeln der Regentropfen. Super. Also kurz Frühstück gegessen, auf der Karte geschaut, wo ich auf meiner Rückreise halten könnte, Liège entdeckt und los ging’s.

Liège bzw. Lüttich ist für zwei Dinge bekannt: Den berühmten Bahnhof Liège-Guillemins und Lütticher Waffeln. Letztere sind unfassbar lecker, ersteres unfassbar bekannt in der Fotografieszene. Nachdem ich also durch die Innenstadt getrottet bin, verschlug es mich direkt zum Bahnhof. Hier machte ich ein paar abschließende Aufnahmen und beendete Glücklich meine Weihnachtsreise 2015.

Architektur am Hauptbahnhof in Lüttich (Belgien)Architektur am Hauptbahnhof in Lüttich (Belgien)

Die Highlights gibt es wie üblich in der Galerie!

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