Und es war an der Zeit – aua

by Tafelzwerk

Kindergeld, BP, Urlaub, Klausuren, Arbeit, Frau und Kind, Flaschenhälse, lebhafte Starrheit, UMTS, ungewisse Gewissheit, Geburtstag, Kachelmann – das sind alles total tolle Schlagwörter zusammengewürfelt zu einer groben Sinnlosigkeit. Ich wollte einfach mal ein paar Dinge schreiben, um möglichst viel Verwirrung zu stiften. Ist ja nun auch schon eine Weile her, seitdem der letzte Blogbeitrag geschrieben wurde. Ob Gründe im Wortwirrwarr zu finden sind? Gut möglich, Kachelmann ist daran aber nicht schuld.

Jammern – weil das so viele Deutsche können, schließe ich mich an. Das können auch viele Menschen – irgendwo mitlaufen und keine eigene Meinung haben. Ich hatte viel zu tun und konnte deshalb nicht schreiben. Eigentlich nein, ich hatte gar nichts zu tun und konnte nicht schreiben. Gelogen, aber was klingt besser? Okay, ich hatte viel zu tun, und konnte deshalb nicht schreiben.

Endlich bin ich durch! Durch mit allen Klausuren in Stuttgart. Das war mal wieder ein Höllenritt – keine Ahnung, wer sich solche Experimente ausdenkt und im stillem Kämmerlein darüber lacht. Ein Witz, die Bildung. Kein Flachwitz, nein, wohl eher ein ziemlich großer Witz. Prinzipiell sitze ich 9 oder 10 Klausuren gerne mal auf der linken Arschbacke ab und freue mich. Ja, wer macht das nicht? Rhetorisch oder nicht, sarkastisch oder nicht, Ironie pur oder nicht. Das ist einfach nicht lustig. Auch wenn es zum Anfang gar nicht schlecht aussah. Doch dann packte es mich und meine Vorfreude auf die Klausuren und mein Ohr schritt voran. Voran zur Tat! Es entzüdelte eine Entzündung. Eine Entzündung am Mittelohr. Das ist ungefähr so, als wenn nachts um 2 Uhr das Neugeborene wegen einer – moment – Mittelohrentzündung brüllt. Absolut ätzend. Das sind vermutlich auch die Ohrentropfen, die man dagegen nehmen darf. Ich nahm keine, wozu auch. Ich entschied mich lieber, die Klausuren durchzuhalten und qualvoll kess gewappnet alles jämmerlich zu ertragen. Vielleicht ein Fehler – wahrscheinlich ein Fehler. In der zweiten Woche, nennen wir sie Mittelohrentzündungsklausurwoche, liefen die Klausuren nämlich gar nicht gut. Was soll ich mir da schon eingestehen? Gut, mein Ohr hämmerte wie Wild, das Trommelfell brannte wie verrückt. Meine Gedanken schwirrten um die Schmerzvergessenheit – doch irgendwie wurde aus meinen Plänen nichts. So hab ich das definitve Gefühl, dass die Mittelohrentzündungsklausurwoche alles andere als toll lief und die Quittung werde ich dann irgendwann im Oktober erhalten. Darauf freue ich mich auch schon im Voraus. Wie ein so kleines Ohr einen so langen Schatten werfen kann, frage ich mich immer wieder. Aber es ist wie mit den Zähnen, die bekanntlich auch nicht gerade zimperlich sind, wenn es um pure Schmerzbefreiung geht. Da muss der Mensch durch, zumindest, wenn er viel Glück hat.

Umso mehr war ich die Woche darauf erleichtert, denn pünktlich zum Urlaub war die Entzündung dann auch schon wieder weg. Verdammte Stresskrankheiten. Na ja, aber das ist schon okay. Ist es eigentlich nicht, denn wie kann ein Urlaub für mich positiv anfangen? Stimmt, das geht fast nicht. Psychologisch betrachtet ist das vermutlich die paranoide Einbildung negativer Erlebnisse inmitten einer Zeit, in der negative Ereignisse häufiger Auftreten als positive. Schwachsinn – auf jeden Fall wartete ich nur drauf und musste auch nicht lange warten. Denn pünktlich zum Urlaubsbeginn fand die brachiale Hitze in Berlin ein Ende und Regen erfreute unsere lieben Pflanzen. Ich möchte aber hier nicht über Wetterphänomene in Kombination mit Urlaubszenarien philosophierenn – davon kann jeder einzelne ein eigenes Liedchen singen.

Aber auch ein Regenschauer im Urlaub geht vorüber und so konnte ich doch noch ein paar Tage im Garten genießen und die Füße und andere oberhalb der Füße liegende Körperteile ins Wasser hiefen. Ach ja, und Geburtstag hatte ich ja auch noch. Mensch, da war ja was. Perfekt. Und was mach ich jetzt? Jetzt schlage ich mich mit meinem Kindergeldantrag durch die Gegend. Wir sind schon in der zweiten Runden, und die Familienkasse hat ein paar wichtige Punkte gemacht, doch nun hol ich zum großen Rundumschlag aus. Eventuell geht die Familienkasse in der dritten Runde K.O. oder ich darf einen gewaltigen Treffer einstecken und lande auf der Matte. Ein wirklich außerordentlich spannendes Duell – die blöde Familienkasse will nun meine Nachweise für 2009 haben; und das nur, weil ich es mir anscheinend erdreistete, Kindergeld für 2010 zu beantragen. Wenn ich also jetzt ausgeknockt werde und nicht die notwendigen Nachweise liefern kann, darf ich ordentlich blechen. Und das will ja keiner. Außer die Familienkasse.

Also, es bleibt spannend. Bis zum nächsten Mal!