It’s Vi-Va-Vanni-Time! Teil 2

by Tafelzwerk

Teil 2: Das Wochenende vom 28. – 30. Mai

Freitag – mir ging es am frühen Morgen wahnsinnig schlecht. Traute mich nichts mehr zu essen noch zu trinken. Die Angst umzufallen, wenn ich auf beiden Beinen stehe, war riesig – mir ging es wirklich schrecklich dreckig. Trotz der körperlichen Probleme, die ich hatte, schleppte ich mich tapfer in die Schule, damit ich ein wundervolles Wochenende erleben durfte.

Der Tag fing schon echt  ziemlich blöd an und es nahm auch kein Ende. Mathe verging wie im Flug, meine Erdkundelehrerin war der Meinung, die geplante LEK von Donnerstag auf Montag zu verschieben, also diese 4 Tage früher zu schreiben. Natürlich regte ich mich darüber auf, da die Woche schon von vorne bis hinten geplant war. Das Wochenende Mathe und erst ab Dienstag Erdkunde zu lernen. Püh, wurde nichts daraus.

Am Samstag war die Jugendweihe einer ganz alten Kindergartenfreundin. Ja, ich könnte sagen, dass ich sie seit meinem 4ten Lebensjahr kenne und ich darauf stolz bin, dass sie jetzt auf meine Schule geht. Ich, die Kreative, ließ mir etwas einfallen, wie man einem Mädchen, das den Kreis der Erwachsenen beigetreten ist, beglücken kann. Mit Geld – war klar, aber auf welche Art und Weise?!  Manche Männer denken da nicht weit um die Ecke; das heißt Briefumschlag mit Karte und Geld. Wen erfreut das nicht? Mich würde das echt total belasten, also ließ ich mir eine Schatzkiste in den Sinn kommen gefüllt mit allen Dingen, die man aus der Kindheit kennt: Sandkastenspielzeug, Glasmurmeln, die man ständig als kleines Kind dabei hatte, Muscheln vom Urlaub, die man mal gesammelt hat, Steine, die man aufgrund einer ungewöhnlichen Form behalten musste. Also habe ich Taler vergraben, eine Schatzkarte in die Kiste gelegt und es konnte losgehen. Natürlich waren Tafelzwerk und ich nicht allein unterwegs. Diesmal kam Thomasz, ein anderer Freund von ihm, mit zur Jugendweihe. Alles war prima, außer etwas Zeitdruck, den ich mir machte, wegen den Haaren und solchen Quark. Na ja, das funktionierte alles auch noch ganz super, aber als wir dann noch tanken fahren mussten, war alles aus und vorbei. Bei der ersten Tankstelle erzählte man uns, dass wir nicht tanken können aufgrund irgendwelcher Probleme. Pff, es gab ja zum Glück noch eine Tankstelle, die ein paar Meter weiter ihren Sitz hatte.  Ja ja, da dachte man, dass wir einmal im Leben pünktlich ankommen würden und dann wird daraus wieder nichts – 8 blau-weiße Polizeimannschaftswagen waren echt der Meinung, sie könnten alle auf einmal tanken. Wir warteten, und warteten, und warteten bis dann endlich eine Zapfsäule frei wurde. So weit, so gut. Bezahlen mussten wir dann auch noch – nachdem jeder einzelne Polizist sich eine Zeitschrift und ein Eis gekauft hatte. Die Zeit verging und wir standen somit eine halbe Stunde an der Tanke. Danach ging es endlich weiter nach Wustermark; mitten im Nirgendwo, meinte ich anfangs. Wir kamen an, ich stieg aus dem Auto und plop steckte ich mit meinen weißen Absatzschuhen in der Erde – wunderbar. Egal, die beiden Herren trugen die Schatzkiste in den der Familie, Bekannten und Verwandten gefüllten Raum. Super peinlich mitten beim Kaffee reinzuplatzen. Alle aßen schon und haben ohne uns angestoßen. Aber gut, wir setzten uns dazu und haben das ein oder andere letzte Stück Torte abbekommen. Der Nachmittag und Abend verliefen soweit ganz gut. Zum Abendbrot gab es auch fantastische Speisen, die unsere Kullerbäuche bis zum Rand füllten.

Nach der Nahrungsaufnahme ging es dann los mit Musik und Tanz. Während Henning, Thomas, Tafelzwerk und ich die Bühne etwas aufwärmten, kamen auch die anderen Gäste zu uns auf die Tanzfläche und haben ihre Hüften nach links und rechts geschwungen. Ja, ich muss nebenbei erwähnen, dass ich das alles zum allerersten Mal mitgemacht habe und es für mich alles einen riesen Spaß gemacht hat – was das Tanzen betrifft, der Rest hat natürlich auch Spaß gemacht. Von Stunde zu Stunde sind einige Gäste gegangen, aber einen Stuhltanz gab es trotzdem noch, bei dem ich ganz klar mit meiner „Reinrutsch“-Taktik gewonnen hätte, aber nein – Henning war bei der Wiederholung schneller als ich. Also konnte ich schon mal keine Sektflasche gewinnen- traurig! Letztendlich gewann dann eine „neue“ Freundin den Sekt.  Nachdem wir uns alle die Füße wund getanzt haben, machten wir uns auch auf dem Heimweg, fuhren blöderweise durch die Stadt, weil wir alle keinen Wegweiser zur Autobahn gesehen hatten. Was für eine süße Truppe wir waren. Der Tag nahm ein Ende mit bleibenden Erinnerungen an alte Kindergartenzeiten, mit neuen Freunden und neuen Erfahrungen.

Der Sonntag verlief dann ruhig. Während mein Freund beim Geburtstag eines Familienmitgliedes war, schlief ich gemütlich in seinem Bett und versuchte Erdkunde zu lernen. Selbstverständlich konnte ich nur lernen, wenn ich nicht gerade in meiner Traumwelt versunken war!

Und letztendlich, wie jeden Sonntag, bedankte ich mich für ein fantastisches Wochenende und verabschiedete mich für die nächsten Tage.