Tafelzwerks persönlicher Marathon

by Tafelzwerk

Vattenfall Marathon

Vattenfall Marathon

Hallo enttäuschte Leser meines Blogs. Nachdem schon erste Morddrohungen in meinem Briefkasten lagen, mit der Begründung, dass ich gottverlassener Penner keinen Beitrag mehr schreibe, fühle ich mich nun gezwungen, dies etwas zu ändern. Hier und da kamen Themenvorschläge, hier und da wollte ich die Vorschlagenden für so viel Dreistigkeit erschießen. Bislang leben aber noch alle – mir geht es gut und dem Rest … irgendwie auch noch! Und da dieses Wochenende ein geradezu prädestiniertes Wochenende für einen Blogeintrag ist, werde ich meine Fach- und Fingerfertigkeiten bemühen, etwas gesellschaftlich Wertvolles zu verfassen.

Siegerehrung

Siegerehrung

Um jedoch den Bogen möglichst weit zu spannen, fange ich mit einem Ereignis an, das bereits vor 14 Tagen geschehen ist. Mein groß angepriesenes Kartevent war ein voller Erfolg und wer mehr dazu wissen möchte, sollte sich den Artikel unter Aktivitäten durchlesen!

So, warum nun also Tafelzwerks persönlicher Marathon? Dieses Wochenende war wirklich knochenhart. Von Samstag bis Sonntag. Aber es hatte definitiv sehr viele schöne Seiten, verdammt schöne, aber hierbei handelt es sich um ein Staatsgeheimnis, vereinbart zwischen mir und den vereinten Kräften der Welt.

Das Wetter war zur Abwechslung echt beschissen. So stell ich mir mein Leben vor – eben noch Schnee und am nächsten Tag weit über 20° C, nur, damit am Wochenende der Aktivitäten Regen und Kälte Einzug in mein Leben findet. So konnte ich am Samstag bereits kurz vor 7 Uhr aufstehen, um mich dem geplanten Umzug zu widmen. Ich muss zugeben, dass ich mich etwas an diesem Wochenende übernommen habe, aber seht es selbst im weiteren Verlauf. Na gut, den gesamten Hausstand einer Person mit dem Hausstand einer Großfamilie zu vergleichen, wäre vermessen, nicht wahr Pia? Nimm es mir nicht übel, aber du wirfst alle Regeln über Bord. Kleiner Spaß am Rande, aber Fakt ist, dass es echt anstrengend war. Aber was man nicht alles für Freunde macht. ;)

Weidenfeller pariert

Weidenfeller pariert

Gegen 13 Uhr waren wir dann fertig, Zeug Z von Wohnung A in Wohnung B zu transportieren, verladen und zu verstauen. Die Erleichterung war groß, als es dann endlich unter die wohlverdiente Dusche ging. Und das alles nur, um im Anschluss am S-Bahnhof Alexanderplatz auf Thomas und Henne zu warten, um dann gemeinsam zum Bundesligaspiel Hertha vs. Dortmund zu fahren – das Geburtstagsgeschenk an Henne. Und ich liebe es. Den Schweißgeruch von vollen S-Bahnen, Personen, die sich mit einer Bierfahne bei mir anlehnen und Fangesänge, die jegliche Moral unter den Teppich kehren. Wer liebt das nicht?

Hertha greift an

Hertha greift an

Das Spiel war recht spannend, doch leider ist es 0:0 ausgegangen. Na gut, das hilft der Berliner Hertha auch nicht weiter, aber ich kann wenigstens für mich behaupten, dass sie um den Sieg betrogen wurden. Und außerdem konnte ich meine Kamera etwas einschießen – immerhin hab ich noch nie Sportfotos aus großer Distanz gemacht. Da läuft das Objektiv ja schnell Gefahr, das Bild zu verwackeln. Vor allem, wenn man, wie ich, keinen Bildstabilisator hat. Bildstabilisatoren sind eh was für Mädchen. Richtige Männer haben ruhige Hände! Es sind sogar ein paar ganz gute Bilder entstanden; ich bin einigermaßen stolz auf mich. Am Ende des Spiels stellte sich jedoch die Frage, ob die Fans wieder randalieren würden und ob die U2 leerer als die S5 ist. Die Fans haben sich am Riemen gerissen und die öffentlichen Verkehrsmittel haben wir nicht gegeneinander getestet. Wir entschieden uns lieber gleich für die viel zu volle S-Bahn.

Hechtsprung

Hechtsprung

Und gleich im Anschluss ging es zum bowlen in die glorreiche Bowlinghalle am Feldberger Ring. Und diesmal muss mein persönlicher Glücksbringer an mich gedacht haben, da ich meinen eigenen Rekord sowas von nach oben korrigiert habe, dass selbst der sonst so souveräne Henning nichts an meiner abendlichen Dominanz ändern konnte. Das war schon erstaunlich; denn wann gelingt einem Amateurspieler wie mir eine Punktezahl von 205 Punkten und 7 Strikes hintereinander?! Nicht oft, mein Rekord davor lag bei rund 170 Punkten, und Hennings bei ca. 190 – erschlag mich, wenn’s falsch ist. Also 205 Punkte sind schon wirklich klasse für mich! Danach ging es mit den Jungs und Mandy (Ja, ich als Geschlechterechlter möchte die einzige Dame in der Gruppe einzeln hervorheben.) noch entspannt einen Cocktail trinken und fleißig die Uhr nach vorne stellen. Super, wieder weniger Schlaf. Ich habe ja sonst nichts zu tun …

21,6 km in 1:40

21,6 km in 1:40

Als ich dann 5:30 tot ins Bett fiel, vergaß ich jedoch, die Uhr meines Radioweckers zu stellen. Das sollte in dem Moment zu einem Problem werden, als ich zum Vattenfall Marathon los wollte. Also laut Radiowecker war es erst 8 Uhr, also die geplante Zeit aufzustehen. Dummerweise war es schon 9 Uhr und noch dümmererweise habe ich mich um 9:30 mit einer Arbeitskollegin zu einer Fotosession verabredet. Ihr Freund lief dort nämlich mit und da sollten so viele schöne Bilder wie möglich entstehen. Na ja, wie das bei drei Stunden Schlaf nun mal so ist, war ich physisch am Ende meiner Kräfte. Eben auch dank des Vortages. Aber zum Glück kam ich im Nachhinein betrachtet nur 45 Minuten zu spät zu unserem Treffpunkt. Egal, den Start der rund 27.000 Teilnehmer habe ich live gesehen! Der hat ja auch nur 20 Minuten gedauert – man gönnt sich ja sonst nichts!

Am Nachmittag habe ich dann die letzten Sonnenstrahlen des Tages im Treptower Park genossen – wirklich schön dort. Und ich war zum ersten Mal auf der Insel der Jugend. Da kann man seine Zeit wirklich genießen und einfach mal die Seele nach einem so anstrengenden Wochenende baumeln lassen. Jetzt ist mein Marathon zu Ende, ich bin durchs Ziel gekommen und strahlender Sieger. Den nächsten Marathon muss ich aber besser planen – das steht fest!