Und wöchentlich grüßt der Tafelzwerk
by Tafelzwerk
Heute habe ich meine alte Schulzeit im Gepäck. Und wenn ich es nüchtern betrachte, muss ich feststellen, dass meine Eltern Recht hatten. Als Kind fließt es wie der Winterrotz aus beiden Ohren und Nasen und nein, ich konnte es auch nicht mehr hören, wenn meine Eltern sagten: Ach Kind, genieße die Zeit an der Schule! Später wirst du dir wünschen, weiterhin an der Schule zu sein.
Und ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denken muss, dass ich dasselbe meinen Kindern predigen werde. Tag für Tag und Nacht für Nacht. Ich werde ein Schild in meiner Wohnung aufstellen: Achtung, Schule ist toll. Das Schild wird dann eine Kreuzung aus Vorfahrtsstraße und Stoppschild. In lila.
Gestern bekam ich eine Einladung zur Jubiläumsfeier des Sartre Gymnasiums. 15 Jahre Sartre Gymnasium, eine tolle Sache! Immerhin hab ich die Schule 7 Jahre besucht und freue mich daher umso mehr auf die Feier. Ich bin mir auch fast sicher, dass nicht jeder so eine Einladung erhalten hat. Eine Ausstellung soll es auch geben. „Sartre on the fly“ – was ich sonst nur aus Brennprogrammen kenne, heißt dort, dass die Besucher ein Erinnerungsstück aus den letzten 15 Jahren mitbringen können und sozusagen dort zur Schau stellen. Ich bin mir sicher, dass ich da etwas Nettes finde. Blöd ist nur, dass ich viele Dinge immer im Müll entsorge. Und das ist auch meine Sorge. Denn ich möchte unbedingt etwas finden. Wenn jemand noch etwas hat, kann er mir das natürlich gerne geben! Und nein Jungs, Bolt werde ich nicht mitnehmen. Der Ruhm gehört schließlich nur uns!
Und Bolt hat uns viel gelehrt. Wir wissen jetzt, dass die Wurzel aus 5 = Bolt != 5 = 6,4 != Bolt = Sinus Alpha / 27 ist. Doch Bolt hat uns nicht beigebracht, wie man Frauen bezirzen kann. Und das ist schade. Mit Erdbeerkuchen wäre es vielleicht besser gewesen, als mit einer Erdbeerwiese. Gut, wer isst schon gerne Erdbeerwiese? Aber das ist eine andere Frage. Vielleicht sind U-Bahn-Mädchen von und nicht aus Rügen einfach anders und das in jeglicher Hinsicht. Da muss man sich schon die Frage stellen, ob Wollust etwas mit Schafen zu tun hat. Und ob ein Baileys mit Banane zwangsläufig ein „Blow Job“ ist und nach Torf schmeckt. Wenn man den Geschmack von Torf überhaupt kennt. Und sollte man einer verpassten U-Bahn hinterher rennen, wenn man doch gar nicht weiß, ob es überhaupt die richtige Linie war? Aber was ist, wenn man diese Linie unbedingt bekommen möchte? Dann muss man kreativ sein und ein kurzer Zwischensprint wird nicht ausreichen. Vielleicht begreifen dass nicht viele; aber wie will man sein, wie man ist, wenn man nicht darstellt, was man ist? „Kopf hoch, tanz“ ist daher nicht die richtige Devise für alle Erdenbevölker. Dann vielleicht doch wie ein Schaf auf der Weide grasen und Erdbeeren futtern. Wem das Spaß macht?

Ehhh… ja!
Und auf keinen Fall vergessen: “Mit’m Fahrrad nich in ersten Wajen!”
Und wenn man die U-Bahn doch noch bekommt, dann reicht es nicht, den Fahrer über die Farbe seines Waggons zu informieren. So kommt man wahrscheinlich wirklich nicht rein. Egal was, aber der Fahrer sollte nie dazu angehalten werden, loszufahren. Der U-Bahn-Fahrer lässt sich natürlich nicht beeindrucken, wenn man ihn eigentlich nie überzeugen wollte, nur in SEINEN Wagen zu steigen. Dann ist der U-Bahn-Fahrer mit Sicherheit jede Fahrt ein anderer.
Ich vernehme deutliche Kritik in deinen Worten.
Auch wenn man eine U-Bahn, ob die richtige oder nicht, unbedingt bekommen will, hilft dir der schnellste Lauf der Welt wenig, wenn der U-Bahnfahrer die Türen für dich erst gar nicht öffnet. Durch die abgedunkelte Fahrerkabine vernimmt er anfänglich das tägliche Klopfen, kurbelt die Scheibe herunter und bittet es morgen noch einmal zu versuchen. Von Versuch zu Versuch wird die Reaktion jedoch schwächer und der unbedingte Wille verkommt zu einer quälenden Fixierung auf eine Sache, die man momentan einfach nicht bekommen kann. Und sich an die U-Bahn zu klammern, ändert nichts an der Tatsache, dass man nicht drin ist.
Die U-Bahn ist also weg, das Ziel bleibt das gleiche. Was also tun? Stehenbleiben und warten ohne den Fahrplan zu kennen? Oder doch in mehrere Richtungen gehen, um vllt in den Bus, die Straßenbahn oder sie S-Bahn steigen, um sein Ziel auf anderen Wegen zu erreichen. Beides könnte der jeweils schnellere Weg sein, was nur durch einen Vergleich bewertet werden kann. Trotzdem bleibt die Richtung gleich, sie ist dieselbe, in die die U-Bahn fährt, der Weg ist jedoch verschieden. Aber Wege kreuzen sich wieder, dann aber unter anderen Umständen und Voraussetzungen. Ob dann der U-Bahnfahrer noch derselbe ist, ist eher unwahrscheinlich. Aber der Fahrgast ist mit Sicherheit derselbe!