Nach Weihnachten ist vor Weihnachten

by Tafelzwerk

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Es ist nun endgültig vorbei. Die Weihnachtszeit. Für mich. Mit Silvester und Neujahr. Und mein Urlaub ist vorbei; dass ist eigentlich das Schlimmste. Aber bald gibt es wieder Weihnachtsmänner zu kaufen und den Lebkuchen rieche ich auch schon durch die Winde von Daisy, dem Sturm, dem die Frauen vertrauen. Vielleicht passt sich die Industrie den Trends langsam an und verkauft ab morgen Osterhasen ohne Ohren. Und Küken mit zwei Ohren. Da würde ich nicht schlecht gucken. Und mir sofort einen Tagesvorrat kaufen.

Dieses Jahr habe ich die Industrie aber wirklich genug angekurbelt. Rückblickend hätte ich mir eigentlich eine Weltraumreise bei Virgin kaufen können, aber ich habe mich dann doch für eine Kamera, ein Stativ, einen Fernauslöser, ein neues Handy und eine Jogginghose entschieden. Irgendwo ist der Mensch gezwungen, Prioritäten zu setzen. Und was nützt mir eine Weltraumreise, wenn ich da oben nicht telefonieren kann? Oder keine Bilder machen kann. Also musste ich Sir Richard Branson absagen, habe ihm aber versprochen, das Weltraumticket im nächsten Jahr zu kaufen. Aber nur, wenn ich weiterhin Kindergeld von der Familienkasse beziehe. Da musste er zwar ein bisschen grinsen, hat dem Deal aber zugestimmt. Wie gesagt: Prioritäten setzen ist angesagt. Lieber einen neureichen Studenten mit Kindergeld als altersschwache Faltensäcke mit unmenschlichen Ausdünstungen am Ende der Reise Richtung Mond. Prioritäten eben.

O2 World am Ostbahnhof

Fotosafari

Und damit ich am Ende nicht ganz so unerfahren auf der Raumschiffterrasse stehe und wie ein Maulwurf fotografiere, musste ich mich in meiner letzten Urlaubswoche intensiv auf die nächsten Jahre vorbereiten. Und wie mein Vater sagte, habe ich mich dafür entschieden, Berlin mit Gewalt kennenzulernen. Oder ich möchte Fotograf werden, irgendwie ein bisschen von beidem. Nur, dass eines der beiden ein Wunschtraum ist. Und so lief ich in der letzten Woche mit einem zwei Meter Ständer durch die Oranienburger Straße und musste mir von einer Prostituierten zeigen lassen, wo mein Knipser ist. Meinen Fernauslöser hatte ich nämlich kurzerhand verloren und es sieht total albern aus, mit ausgefahrenem Stativ danach zu suchen. Aber zum Glück wurde mir geholfen. Zwar nicht besonders freundlich, aber immerhin. Jetzt habe ich leider ein moralisches Problem. Der Fernauslöser kam 30 €; schulde ich einer Nutte jetzt also 30 €? Ich weiß es nicht …

Gestern war in der Eislaufhalle Hohenschönhausen übrigens Schwulendisko. Also habe ich Henning geschnappt und habe mit ihm dort ein paar Runden gedreht. Nein, ist natürlich Unsinn. Da gibt es gar keine Schwulendisko. Wäre auch ganz schön diskriminierend. Sowas macht man auch nicht. Viel wichtiger ist, dass er mich dann 4 Uhr nachts beim Billard geschlagen hat. Leider nur mit dem Queue auf den Hinterkopf, da er 6:2 verloren hat. Die erste Kullerträne auf dem Weg zu seinen Schnürsenkeln konnte dann nur durch ein Bier gestoppt werden, welches ich ihm schnell von der Bar holte. Aber unser kleiner Medizinstudent kann ja schließlich nicht überall besser sein.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich nun also traurigerweise aus meinem Urlaub für Arme und wünsche eine schöne Zeit. Vergesst bitte nicht an Weihnachtsgeschenke zu denken – bald ist es wieder soweit!