Es war einmal kostenlos …
by Tafelzwerk
Es ist immer schön, wenn es etwas umsonst gibt. Wer freut sich da nicht? Und da müssen sich uneigennützige Menschen gedacht haben: Kommt, wir machen was für die Allgemeinheit. Für jeden. Kostenlos! Und so muss OpenOffice entstanden sein; der Quellcode ist offen und ein Preis nicht vorhanden. Andere Programme schlossen sich dem an und so entstand eine feine Ansammlung kostenloser Tools. Kostenlos sind eigentlich auch Nachrichten. Zumindest im Internet. Allerdings scheint es einen kleinen Unterschied im Volksmund zu geben: Kostenlose Programme können nichts taugen – sonst wären sie nicht kostenlos; kostenlose Nachrichten hingegen sind nicht nutzlos.
Ein neuer Trend scheint sich jedoch abzuzeichnen. Kostenlos war mal, ist doof geworden. Die Profitgier der Menschen scheint wieder grenzenlos – oder ist ein wenig Gegenleistung in Form von Geld durchaus angebracht?
Bezahlinhalt ist eines der dominierenden Themen der letzten Tage. Wer möchte für Nachrichten zahlen? Wie es aussieht, die wenigsten. Erst die kostenpflichtige App für das iPhone, jetzt bietet die Berliner Morgenpost auch Bezahlinhalte neben den Standardnachrichten. Der Springerverlag haut also ordentlich rein. Diesem Verlag möchte ich Profitgier einfach unterstellen – hier wohl auch kaum abzustreiten. Ich bin gespannt, wie lange der Verlag damit durchkommt. Das hängt in erster Linie davon ab, wie wichtig die Bezahlinhalte sind. Veröffentlichen die Zeitung weiterhin die wichtigen Inhalte kostenlos und nur zusätzliche Information rund um das Thema kostenpflichtig, dann könnte dieses Geschäftsmodell durchaus erfolgreich sein. Ich behaupte, dass Zeitungen nur unter diesen Bedingungen Kunden binden können. Oder das Geschäftsmodell sieht einen Einheitspreis pro Monat vor, was einem Abonnement entsprechen würde.
Ebenfalls interessant scheinen nun auch früher kostenlose Anwendungen zu sein. Hier das beliebte Beispiel Firefox, welches den Browsermarkt ordentlich durchgewirbelt hat. Firefox bietet die tolle Möglichkeit, Plug-Ins zu installieren. Dabei kann der Anwender auf ein riesiges Repertoire an Applikationen zurückgreifen und diese auch kostenlos installieren. Bekannte Beispiele sind Werbeblocker wie Ad-Block oder NoScript. Wie Computerbase berichtet, denkt Firefox ernsthaft darüber nach, ob man dem OpenSource – Browser einen kostenpflichtigen Marketplace beiseite stellt. Um Plug-Ins zu kaufen, die es dann nicht mehr kostenlos gibt.
Jeder denkt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten offenbar darüber nach, seinen Gewinn zu steigern. Ob das funktioniert hängt schlussendlich vom Kunden ab. Ich persönlich werde mich solcher Angebote eher nicht hingeben. Aber das hängt auch von der Qualität der Angebote ab. Ich denke, dass ein falscher Schritt vollzogen wird. Hoffentlich fallen die Anbieter bald auf ihren Hosenboden und ändern ihr Geschäftsmodell.

schön hierzu auch: http://www.bildblog.de/14438/ohr-ab-verleger-erfindet-killerapplikation/