Wir verlieren

by Tafelzwerk

Ich habe mir eben meinen alten Blog durchgelesen. Und nein, ich hätte es vielleicht nicht machen sollen. Bin wohl einer dieser Menschen, die sich bewusst Vergangenes aufheben, um sich ihren eigenen Kopf irgendwann damit zuzudrönen. Gesund kann das jedenfalls nicht sein.

Jeder hat so seine Geschichte. Manchmal sollte es auch die eigene bleiben. Manchmal geht das aber nicht. Da durchzwickt dieser unbändige Drang nach Veröffentlichung und nach sozialer Nähe, der willkürlich am eigenen Gewissen heutiger Egomanen wie Termiten am Holz nagt. Und dann fängt man an, sich über sein Leben Gedanken zu machen. über dieses und das und inwiefern es sinnvoll ist. Die Frage ist eh nicht zu beantworten; selbst, wenn die kleinste Tat schon Wunder bewirken kann.

Also reduziert man sich schnell auf die wichtigen Dinge im Leben: Ein Haus, eine Familie und Arbeit. Nur um dann zu merken, dass Hoffnung die letzte Sache ist, die bleibt. Danach kommt einfach nichts mehr. Und plötzlich merkt man, wie alte Zeiten unwichtig geworden sind. Nichts war jemals wichtig genug, um ständig in Erinnerung zu bleiben. Nichts kann ohne dich nicht mehr sein. Irgendwann sollten wir es verstanden haben. Freundschaften kommen und gehen; die Feindesliste wächst jedoch stetig. Wir verlieren unsere Identität. Mehrmals, aber es interessiert niemanden.

Am Ende packen wir unsere Gedanken in ein DHL Paket und schmeißen es ins Feuer. Auf das wir irgendwann frei von Fehlern sind.