Nachts hat man nur mit Kaffee Recht.

by Tafelzwerk

HGB, BGB und Kaffee

HGB, BGB und Kaffee

Das vermute ich  zumindest. Bin gerade am Lernen für meine Prüfung am Mittwoch in Recht. Mein Lieblingsfach. Habe mich noch gar nicht genug daran satt gesehen. Ich studiere Wirtschaftsinformatik; ich möchte später beruflich in die IT – Schiene gehen und quäle mich durch Fächer, die mich gelinde gesagt einen feuchten Kehricht interessieren. Das wiederum interessiert auch niemanden dort. Schade. Immerhin basieren unsere Gefühle damit auf Gegenseitigkeit – ist ja schon mal ein Anfang.

Streik 2.0

Streik 2.0

In der nächsten Zeit schreibe ich sogar wöchentlich mindestens eine Klausur. Klar, macht ja auch Spaß. Besonders dann, wenn es mehr Klausuren pro Woche sind. Und dabei laufe ich immer völlig desinteressiert an Plakaten mit der Thematik Bildungsstreik vorbei. Hat wohl doch einen Vorteil, an der Uni zu wohnen. Das ganze System rund um den Bachelor ist so sinnlos, dass man in den Vereinigen Staaten mittlerweile den umgekehrten Weg geht. Dort setzt man nun wieder vermehrt auf gute Bildungsabschlüsse jenseits des Masters. Mal sehen, wie viel Hirnschmalz unsere Politik benötigt, um den Stein der Weisen der allzu hoch geschätzten Bildung in Deutschland zu finden. Nur leider ist diese gar nicht mehr so hoch geschätzt. Nein, Studenten gehen auf die Straße – und das nicht etwa, weil Straßenfeger auf die Straße gehören. Vielmehr um zu protestieren; und warum? Zu Recht! Wobei wir wieder beim Thema wären.

Was ist eigentlich rechtens?  Eine Zweiklassenbildung hört sich zumindest unfair an. Klar, Geld hat man laut §275 BGB eh zu haben, doch trotzdem setze ich mich für mehr Studiengebühren ein. Und Steuern. Und zwar für alle! Wenn das nicht sozialistisch ist, dann weiß ich auch nicht weiter.

Lasst mich kurz durchrechnen, was ich in diesem Semester an Gebühren zahlen musste. Da wären 500 € Studiengebühren, 120 € Studentenwerksbeitrag für das Loch, in dem ich wohne; dann noch 80 € Verwaltungsgebühren für irgendwelche schlecht durchgeführten Kopien und zu guter Letzt noch knapp 170 € für ein Semesterticket. Klingt fair. Sind nur 870 €. Und da soll mir jemand erzählen, dass Bildung für Jedermann da ist. Wenn Jedermann gut verdient, mag das auch stimmen. Doch die Realität sieht anders aus. Also hat die Politik doch eigentlich zwei Möglichkeiten: Jedermann muss reicher werden, oder sinnlose 870 € müssen dramatisch weniger werden. Mir eigentlich egal, wie rum der Pulli angezogen wird.  Nackt möchte ich am Ende jedoch nicht in der Pampa stehen.