Als es Herbst wurde und nicht schneite.

by Tafelzwerk

Farbenlos

Farbenlos

Wo ich gerade am poetischen Höhepunkt meiner längst nicht gezählten Tage bin und geschmeidig den Worten von Louisan und Cicero lausche, dabei leicht irritiert das Jahr 2012 betrachten durfte, fällt mir auf, dass es erstaunlich grau ist. Das Leben, oder die letzten Blätter an den Bäumen.

Jetzt ist es schon spät; wieder einmal. Sind so Tage, an denen man einfach wach bleiben muss und nichts macht. Vielleicht durch das Fernsehprogramm zappt. Doch auch diese Farben sind blass – und nicht, weil das Scartkabel nur 1,50 € kostete.

Soziale Kontakte heißt die Alternative heutzutage. Pseudofreundschaften wohl eher, wer kann das schon unterscheiden? Ein Willkommensgruß setzt dich auf die Freundesliste, einmal genervt und wir sind ignoriert. Die Welt interessiert sich doch nicht wirklich für uns. Wer, außer Freunde und Familie, kümmert sich schon? Eine Welt, die interessanter nicht sein könnte, täglich schneller wird und doch vor sich her trottet. Für diese Welt erfinde ich eine Taste; auf dieser steht fett STOPP! und wir genießen den Moment. Den Moment, mal kurz auf der Stelle stehen zu bleiben, und sich nicht vom Trott berieseln zu lassen. Dann schneit es auch wieder und die Welt bekommt Farben.