Wir alle sind nur Menschen…

by Tafelzwerk

Hewlett Packard

Hewlett Packard

… aber was für welche. Die einen gut, die anderen weniger gut. Die letzten Tage hatte ich durchgehend Vorlesungen gehalten von einem Mitarbeiter der Firma HP. Ein cooler G’sell, würden seine Heimatsprachler wahrscheinlich sagen. Die netten österreicher. Da bemühen die sogar einen österreicher, uns zu unterrichten. Ist ja sagenhaft. Hoffentlich ist er mit einer Mitfahrgelegenheit gefahren – Umwelt schonen ist ja überall groß angesagt. Besonders bei IBM. Find’ ich gut!

über die Spannung der Vorlesungen lässt sich bekanntlich streiten – wie ja schon das Thema IT Service Management ausdrücklich klar macht. Aber über eine Sache lasse ich nur ganz ungern mit mir reden – und das ist meine Freizeit und wer die wie verplanen darf. Dazu zählt auch das Wochenende. Und ich finde es gänzlich unschön, wenn mich die Uni zwingt, an einem Samstag zu einer Vorlesung zu kommen. Der Zwang entstand übrigens daraus, dass wir zugleich noch eine Klausur geschrieben haben. An einem Samstag. Das gehört verboten.

Hier stand mal etwas von Rache etc., daraufhin wurde ich ja stärkstens Kritisiert. Was ich übrigens sehr schade finde. Wenn man motzen will, soll man nicht auf diesen Blog gehen. Ich gestehe, dass ein Teil wirklich unterhalb der Gürtellinie war. Kann passieren, wenn man etwas in Rage über gewisse Umstände ist. Aber was mich wirklich nervt, ist die soziale Debatte darüber, ob ich eigentlich Leute nach ihrem Gehalt fragen darf. Das wurde sogar als asozial abgestempelt und da frage ich mich ernsthaft, ob das nicht doppelt unter die Gürtellinie geht.

Mein Standpunkt zum Thema nach dem Gehalt fragen ist nämlich folgender: Selbstverständlich frage ich nicht jeden auf der Straße nach seinem Gehalt. Irgendwo muss die Privatsphäre gewahrt bleiben und über Geld spricht man sowieso nicht allzu freizüglich. Hier scheint das noch viel mehr verankert zu sein als in meiner Heimat – sei es drum. Nun habe ich aber jemanden gefragt, den ich davor nicht kannte. Gut, ist es deshalb asozial? Sehen wir uns die Umstände an: Die Person war leicht als Student von HP auszumachen – er trug einen Rucksack von HP und ging in dieselbe Hochschule wie ich; was darauf schließen lässt, dass er ebenfalls dasselbe Schulmodell wie meiner einer genießt: die duale Hochschule. Das bedeutet, dass er, wie ich, eine Ausbildungsvergütung bekommt. Ich sehe keinerlei Verwerflichkeit darin, jemanden zu fragen, wie die Ausbildungsvergütung bei HP aussieht. Dazu stehe ich auch! Wenn ich mich dort bewerben möchte, wäre das ein entscheidendes Kriterium für meine Auswahl. Dass die Ausbildungsvergütung nun identisch mit dem Gehalt dieser Person ist, sollte klar sein. Also warum darf ich dann nicht fragen? Handelt es sich dabei um ein Staatsgeheimnis? Nein! Das sieht offenbar auch HP so – auf Anfrage haben wir dort nämlich eine Auskunft bekommen. Haben gewisse Kritiker daran gedacht, dass ich eventuell nicht nur für mich fragen könnte? Haben sie bedacht, dass Bekanntschaften überlegen, dort zu studieren? Haben sie nun bedacht, dass diese Information nicht auf der Homepage steht? IBM hat sogar ein Programm zur Bekanntmachung dieses Studiengangs, in dem unter anderem das Gehalt von uns Studenten verraten wird. Außerdem findet man es bei uns auf der Homepage. Nun verstehe ich einfach nicht, was asozial daran war, diese Persönlichkeit danach zu fragen. Stattdessen wird die Frage als asozial abgestempelt und rumposaunt, dass Fremdschämen das Zauberwort ist. Eine große Tat.

Weil ich menschlich keine Problematik im Geben so einer Auskunft sehe, finde ich diese Person stets unsympathisch. Hat auch nichts mit ihrem Arbeitgeber zu tun. Denn wir alle sind nur Menschen, die einen eben besser und die anderen schlechter. Ich finde es schade, es hat mich menschlich enttäuscht. Deswegen wurde ich ausfallend. Dafür entschuldige ich mich auch – aber für nicht mehr. Die Anschuldigung asozial gehandelt zu haben enttäuscht mich übrigens menschlich um längen!