Tafelzwerk erkundigt den Flughafen Stuttgart
by Tafelzwerk
Flughäfen haben eine magische Ausstrahlung. Treffpunkt, Sammelplatz, Austausch, Knotenpunkt und neuerdings auch Shoppingmeile. Na ja, die Zeiten ändern sich. Seitdem ich in Stuttgart wohne, haben sich Flughäfen in mein Herz geschlafen. Und man kann sogar sagen, dass der Flughafen in Stuttgart mein Lieblingsort in meiner vorübergehenden Heimat ist.
Aufgrund irgendwelcher Zwänge galt es nun, bezüglich meines Studiums, eine Unternehmensbesichtigung durchzuführen. Eigentlich eine langweilige Idee; doch mit dem Vorschlag Flughafen wurde die Idee plötzlich gut. Ich war sogar richtig motiviert – hatte ein Gefühl, dass ich normalerweise nur am Freitag habe: Vorfreude. Diesmal zwar nicht auf das Wochenende, vielmehr auf das anstehende Ereignis.
Mittlerweile kann man wirklich sagen, dass ich den Flughafen wie meine eigene Westentasche kenne. Es mag zwar Menschen geben, die außerberuflich öfter diesen Umschlagplatz aufsuchen, aber ich habe mittlerweile auch schon eine beachtliche Anzahl von Flügen hinter mir. Prognose: steigend! Und so war das erste Gefühl bei der Ankunft Heimweh. Fürchterlich, zu sehen, wie Berlin – Tegel an der Abflugtafel steht und man selber nicht in diesen Flieger steigen kann. Etwas wehmütig schaut man den Flugzeugen dann doch hinterher. Am liebsten würde man unauffällig durch die Sicherheitsmechanismen schleichen und sich irgendwie an Board schmuggeln, aber die Idee ist in Anbetracht der Situation unklug. Wirklich unklug. Wahrscheinlich würde es eh nicht funktionieren.
Also musste ich mich erstmal mit einer Exkursion begnügen und den Flughafen hinter den Kulissen kennen lernen. An Details erwähnenswert ist vielleicht, dass der Flughafen über vier Terminals verfügt (T4 ehemals ein Hanger), jedoch nur eine Start- und Landebahn hat, was den Flugverkehr auf Dauer natürlich einschränken wird. Aktuell hat der Flughafen STR rund 10 Millionen Passagiere im Jahr (Kapazität bis zu 14 Mio; Vgl.: Berlin – Tegel (TXL) mit rund 14 Mio Passagieren aber eine Kapazität von 12 Mio (siehe: Wikipedia), Vgl.: Berlin Brandenburg International (BER) mit einer geplanten Kapazität von 27 Mio (erste Ausbaustufe) und Frankfurt mit rund 53 Mio Passagieren bei einer Kapazität von 56 Mio).
Interessant ist die fabulös schnelle Abfertigung der Flieger. Innerhalb von einer Stunde muss die Maschine betankt, geputzt, gecheckt, ent- und beladen etc. sein, was einen enormen logistischen Aufwand bedeutet. Da darf man auch nicht böse sein, wenn eine Maschine mal 10 Minuten später startet als nach Plan. Zwar kommen mir die Zeiten eh immer etwas variabel vor, aber die Sicherheit geht vor und deshalb sollte man das verkraften können.
Privatfliegerei, Paketverschickerei, Militärerei (Ich weiß, das Wort gibt es gar nicht.) und Polizisterei (Ja, ich weiß!) gehören ebenfalls zum Flughafenbetrieb dazu. Da ich meine SD-Karte jedoch zu Hause vergaß, konnte ich nur 9 Bilder, und die auch noch in beschränker Qualität, machen. Blöd gelaufen. So gibt’s davon halt keine Bilder. Ob ich eigentlich eine Cessna fliegen darf? Ich hab im Flugsimulator von Microsoft einen Flugschein für die Cessna …, ob die den akzeptieren? Bräuchte ich eigentlich bloß noch ein Flugzeug. Vorzugsweise eben eine Cessna. Abwarten …
Als kleines Highlight wurde uns dann noch die Flughafenfeuerwehr gezeigt. Vor kurzem ist ja der Flieger mit dem Passagier Müntefering in Stuttgart “bruchgelandet”, und von daher galt diesem Besuch wahrscheinlich höhere Bedeutung als normalerweise. Und was soll ich sagen? Da war gar nichts los! Nichts! Okay, die Autos sind echt stark. 1000 PS sind auch nicht zu verachten. Die restlichen technischen Daten haben mein Gehirn einfach weggeblasen, weshalb ich sie mir nicht merken konnte. Auch egal. Einen Testbrand wollte ich dann auch nicht legen – hätte bestimmt nur ärger gegeben. So war’s recht langweilig dort.
Dann kamen noch ein paar Flugzeuge vom Himmel. Sie sind nicht abgestürzt, falls das jemand denkt. Nein, normale Landungen vor unseren Augen. Allerdings mit Sicherheitsabstand, der für meine Kamera zu groß war. Trotzdem habe ich versucht mit maximalem Zoom einen Start zu fotografieren. Ist nicht gerade überragend geworden. Was soll’s.
Zum Schluss wurden uns dann die internen Gepäckbänder gezeigt – und, wenn man ehrlich ist, wurde man das Gefühl nicht los, dass es sich heimlicherweise um eine Kartbahn handelt. Zur Tarnung haben die Mitarbeiter schnell so getan, als würden sie arbeiten. Aber wir haben sie durchschaut. Allesamt.
Ein kleiner Freudenmoment war dann dieser Koffer. Es war kein herrenloser Koffer. Denke ich. Ich als Wicked-Fan fand die Werbeidee richtig gut. Hat mein Heimweh leider verstärkt. So ist das mit schönen Dingen im Leben. Sie erinnern einen immer an die tollen Seiten und Zeiten im Leben. Und vielleicht war das die Lehre aus der Exkursion. Es ist doch schön, wenn man Erinnerungen mit sich trägt. Bitte nicht verlieren!









ich find den flughafen auch toll. heimweh bekomm ich auch. nur gehts mir um die gelben flitzer gen hannover :)