Mein erstes Jubiläum in Stuttgart
by Tafelzwerk
Diesen Beitrag widme ich meinem nun ersten Jahr in der fernen Fremde: In Stuttgart. Bisher habe ich nicht viel von dem Publik gemacht, wie ich hier lebe. Aber das kann ich nun ein wenig ändern – da ja mein bisheriger Lebensmittelpunkt ausschließlich aus Berlin bestand und der Vergleich doch ganz nett ist.
Stuttgart ist anders als Berlin – ob nun die Stadt, die Menschen oder die Sprache. Vielleicht gibt es kein Besser oder Schlechter; für mich ist Berlin jedoch viel genialer.
Ich wohne hier in einem Wohnheim am Allmandring I. Nicht unbedingt die Krone der Schöpfung aller Wohnheime – nein, sogar ziemlich im Gegenteil: Die wahrscheinlich billigste Kaschemme, die die Welt je gesehen hat. Zwar habe ich mein Zimmer ganz gemütlich eingerichtet, das täuscht aber nicht über 12 Parteien auf einer Etage mit gemeinsamer WC- und Küchennutzung hinweg. Davon wollte ich aber kein Foto machen. War mir einfach peinlich. Bin morgens schon ganz froh, wenn ich den Ausgang finde.
Geht man aus dem Wohnheim raus, sieht es allerdings schon etwas besser aus. Kann eigentlich ganz schön sein. Abgesehen von der Uni. Das Wohnheim ist ja mehr oder weniger auf dem Campus der Uni Stuttgart. Nun muss man wissen, wie grauer Beton aussieht. Wenn man dann parallel die Erinnerungen an Tschernobyl weckt, weiß man, wie es auf dem Unigelände im Herbst am Sonntag um 6 Uhr morgens aussieht. Jetzt geht es noch, es ist einigermaßen akzeptabel.
Was man vielleicht denken könnte, was aber nicht so ist, ist, dass ich auf die Uni Stuttgart gehe. Nein, ist nicht so. Ich gehe auf die Württembergische Volks- und Wirtschaftsakademie (VWA). Hat nicht viel mit der Uni Stuttgart zu tun. Von der hab ich aber kein Bild gemacht – ebenfalls Fremdscham. Na ja, es gibt halt drei Gebäude. Außerdem käme ich mir beim Knipsen ein wenig blöd vor. Vorerst gibt es noch ein paar schöne Imperessionen aus Stuttgart. Zum einen schneit es hier. Das ist unfassbar. Zumindest für Beriner. Berlin und Schnee, das gab es schon lange nicht mehr. Na gut, ab und zu. Aber nicht in diesem Maße. Und wer mich kennt, der weiß: Ich finde Schnee echt dufte.
Da hinter dem Wohnheim direkt ein kleines Wäldchen ist, kann man sich im Sommer einer recht schönen Natur erfreuen. Zum Glück hat man das auch ein wenig hübsch gemacht, da die Studenten dort sonst aufgrund der Trostlosigkeit nicht wirklich motiviert wären. Ich habe auch auf manch freier Stelle Schafe gesehen. Fand ich persönlich ziemlich merkwürdig, sieht man in Berlin wohl nicht. Aber so ist der Süden wohl. Da weiß man noch um den Wert von Schafen. Wir in Berlin bedienen uns dem Outsourcing: Wir lagern Schafe prinzipiell nach Brandenburg aus. Würde IBM sicherlich genauso machen. Das ist das Leben.
Erwähnenswert sind vielleicht noch die S-Bahnen. Ich weiß nicht warum, aber ich interessiere mich ungemein für den Nahverkehr in Berlin. Der Nahverkehr in Berlin galt in letzter Zeit als Paradebeispiel für ein nicht funktionierendes S-Bahn-Angebot. Das ist schade, denn dadurch musste sich Berlin S-Bahnen aus Stuttgart, München und vielleicht auch aus Hamburg und Rostock holen. Aber die Berliner sowie die Hamburger S-Bahn sind jeweils einzigartig. Das ist auch der Grund, warum die Fremdbahnen nicht auf dem normalen S-Bahnnetz in Berlin fahren konnten. Na ja, Einzigartigkeit ist immer etwas tolles. Deshalb finde ich die S-Bahnen in Stuttgart auch nicht so schön. Im Grunde sehen die den Regionalzügen der Deutschen Bahn sehr ähnlich. In Berlin sieht es hingegen ganz anders aus.
Nun habt ihr hoffentlich einen kleinen Einblick in mein Leben hier in Stuttgart bekommen. Klar gibt es noch viele Dinge, die hier nicht erwähnt wurden, aber die folgen sicherlich noch.










