Windows 7 ohne Internet Explorer.

by Tafelzwerk

Golem hat eben berichtet, dass Microsoft eine Version von Windows 7 herausbringen wird, die ohne den Internet Explorer ausgeliefert wird. In dem Beitrag war die Rede davon, dass es zwei Versionen gibt. Einmal die normale, und einmal die “E”-Version. Welche davon standardmäßig die mit dem IE ist, konnte ich nicht ernsthaft erlesen.

Fakt ist, dass das Europäische Wettbewerbsrecht diesen Fall zum Einzelfall abkommandiert. Wenn es nach mir ginge, würde ich ohne Zweifel eine Vorinstallation von Internet Explorer, Windows Media Player oder anderen Programmen vorziehen. Wer sie nicht benötigt, kann beim Installieren des Betriebssystems die Auswahl haben, ob er diese Tools überhaupt haben möchte. Mehr würde ich aber nicht einschränken. Gerade für Neueinsteiger bieten diese Programme gute Einstiegsmöglichkeiten und erleichtern die Benutzung von Computern ohne große Kenntnisse. Jetzt muss man sich als Käufer also erst noch informieren, ob sein Produkt sofort ready2use ist, ohne das man sich selber um die Installtion kümmern muss. Ich kann von meiner Verwandschaft ausgehen, bei denen einige mit Garantie ein Problem damit haben. Nun mag der IE oder der WMP nicht die beste Alternative für deren Aufgaben sein, aber sie reichen doch allemal aus, um damit privat zu arbeiten oder zu surfen.

Ich gehe einen Schritt weiter und beantrage, dass Autos demnächst ohne Lenkräder ausgestattet werden. Eventuell fühlen sich Tuningfirmen, die ihren Hauptfokus auf die Produktion von Lenkrädern geworfen hat, ordentlich im Nachteil. Wettbewerbsverzerrung hoch 10! Aber ich habe noch ein viel schöneres Beispiel gefunden. Wir sollten jeder Zeitung verbieten, ihre Nachrichten auf Papier zu drucken. Das kann jeder Leser bitte selber machen. So kann sich jeder selber Aussuchen, ob sein Papier aus dem Holz des afrikanischen Regenwaldes oder dem Holz aus Asien oder sonst woher stammt. Wir wollen ja nicht, dass es zu einer Wettbewerbsverzerrung kommt. Der Axel-Springer-Verlag sei da vor allen anderen Verlagen angesprochen. Ihr benachteiligt eindeutig andere Wälder!

Nein, nun mal wieder zum Ernst des Lebens. Wenn ich mir ein Betriebssystem von Microsoft kaufe, dann finde ich, hat Mircosoft das volle Recht, die dazugehörigen Programme mitzuliefern. Ob man diese nun benutzt, sei dahingestellt. Für mich gehört zu einem guten Betriebssystem die volle Ausstattung. Da kann ich Microsoft sehr gut verstehen – ich würde auch keine Propaganda für andere Programme machen. Beim Installieren einer Norten Sicherheitssoftware kommt auch keine Abfrage, ob ich das kostenlose AntiVir haben möchte.

Vielleicht sollte sich die EU eine gute Definition für Betriebsystem ausdenken. Am Ende handelt es sich dabei nur um Software. Und was jeder Hersteller seiner Software für Funktionalitäten überlässt, spielt überhaupt keine Rolle. Ich warte gleich noch drauf, dass TuneUp oder O & O demnächst Klage einreichen, weil Mircosoft ihrem Betriebsystem ein Defragmentierprogramm verpasst haben. Die bösen Buben aus Redmond. Meinen es gut mit den Kunden und werden dafür auf millionenhöhe verklagt.

Für mich “fail des Jahres”, die Wettbewerbssituation wird so gezwungen verändert – wenn überhaupt.