Wahl in Berlin: ProEthik oder ProReligion?

by Tafelzwerk

Morgen findet in Berlin die Wahl zwischen Ethik als Pflichtfach und damit verbunden Religion als Wahlfach oder Religion oder Ethik als Pflichtfacht statt.

Eine kurze Einführung: Was ist was und was soll das überhaupt, der ganze Scheiß hier?!

ProEthik

Ethik und Religion – jetzt haben die Schüler beides: In der Berliner Schule gibt es freiwilligen Religionsunterricht in den Klassen 1-10; und in Klasse 7-10 verpflichtend für alle zusätzlich Ethikunterricht. Wer will, kann also beides haben: Erstens den getrennten Unterricht in der jeweils eigenen Religion, der in den jeweiligen Glauben führt. Religion ist freiwillig.

Berliner Kurier

ProReli

Schüler, bzw. in frühen Schuljahren die Eltern, müssen sich entscheiden, ob Religion oder Ethik verplfichtend unterrichtet werden soll. Der Schüler hat die Wahl zwischen dem einen, oder dem anderen.


Ich würde jederzeit für ProEthik stimmen. Also lieber Berliner, stimmt bitte auch am Sonntag für ProEthik und belasst es nicht bei einer niedrigen Wahlbeteiligung.

Jede Seite hat mit Sicherheit Vor- und Nachteile, jedoch stelle ich beides in Frage.

Am liebsten wäre es mir, hätte man keines der beiden Fächer verpflichtend. Zum Glück bin ich nicht einer der Gestraften, die ihren Stundenplan mit einer weiteren Unterrichtseinheit füllen mussten. Ich frage stattdessen ganz offen in den Raum: Wozu haben Schüler Ethikunterricht, wenn mir nichts fehlt, obwohl ich keine erzwungene Wertevermittlung genossen habe?

Warum meint die Regierung, müsse man Werte in der Schule vermitteln? Die Schule muss an der Position eine Stellung beziehen, die erziehungstechnische Beihilfe schafft und eine lehrende Rolle einnimmt. Ich würde von keiner Schule verlangen, dass sie mein Kind für mich erzieht. Schließlich möchte ich, dass mein Kind die Werte annimmt, mit denen es täglich durch Zufall oder durch eine elterliche Erziehung konfrontiert wird.

Mein Kind soll selbstständig denken. Ich sehe die Gefahr darin, dass Kindern schon früh Werte vermittelt werden, die womöglich falsch sind. Außerdem lernt ein Mensch auf diese Weise, dass ihm Werte immer beigebracht oder gezeigt werden [müssen]. Möchte der Staat vielleicht nicht, dass wir unsere eigenen Werte bilden und womöglich irgendwann gegen die Politik propagandieren? Am Ende herrscht eine aufgezwungene Einheitsmeinung und niemand kann selbstständig neue Werte und Meinungen bilden. Wir werden auf einen Wertungsgeber angewiesen sein – wollen wir das?

Stellt euch lieber dagegen, Deutschland!

Warum dann aber ProEthik?

ProEthik ist zwar eine Unterstützung für Ethik als Pflichtfach, da man ja mit Religion die Möglichkeit hätte, Ethik abzuwählen; jedoch bin ich in diesem Zusammenhang für Ethik, da Religion noch wesentlich schlimmer als Ethik ist.

Religion zu lernen heißt für mich erst recht Meinungsunterdrückung und Heiligsprechung von Werten, die es nicht mal in ihrer gelehrten Form gab. Religionsunterricht ist doch sehr kritiklos und einseitig, sodass ich glaube, dass man darauf ebenfalls komplett in der Schule verzichten kann.

Eine Wertevermittlung sollte als Gut der Eltern angesehen werden. Dies gilt für Religion und für Ethik. Lehrt eure Kinder Werte außerhalb der Schule und behandelt die Schule als eine objektive Bildungsstätte. Werte sind nicht objektiv. Schließlich habe ich andere Werte als du, und Relegionen gibt es weltweit genug.

Deshalb wehrt euch gegen diese Unsinnspolitik – und wenn ihr hört, dass Religion Pflichtfach wird, dann hört nicht weg, sondern schreit laut auf.